Terror in Israel und Palästina

 Sehr geehrter Herr Botschafter Stein,

 ich hatte Ihnen k√ľrzlich schon einmal geschrieben - ich schreibe erneut. Voller Wut, Zorn und Unverst√§ndnis √ľber die nicht enden wollenden Verbrechen des Staates Israel bei der Bek√§mpfung der Pal√§stinenser.

 Ich habe mich lange als Freund Israels gesehen - ich bin es nicht mehr, ich kann es nicht mehr. Jeden Tag mu√ü ich erleben, da√ü der √ľberm√§chtige Kultur- und Milit√§rstaat Israel auf die wehrlosen Pal√§stinenser eindrischt, als sollten sie alle ein zweites Mal vertrieben werden - vertrieben wurden sie ja schon 1948, jetzt aber sollen sie auch noch aus den besetzten Gebieten vertrieben werden. Klar, Scharon dementiert das noch - aber heute dementiert... und morgen ausgef√ľhrt. Vor vier Wochen wurde noch behauptet, man plane nicht die Ermordung Arafats - jetzt ist wahrscheinlich der Tagesbefehl bereits ausgefertigt.

 Diese barbarischen, absolut rechtlosen Aktionen machen mich deshalb so betroffen, weil ich das Muster kenne: es waren die deutschen Faschisten, die sich in ganz Europa alles untertan gemacht, jedes Land erobert und jede Beute genommen haben. Nur: diese Leute waren Verbrecher. Und wurden zu Recht verurteilt und ge√§chtet. Der Staat Israel ist damit auf keinen Fall zu vergleichen - aber die Taten, Herr Botschafter! Hei√üt es nicht irgendwo in der Schrift "an ihren Taten sollt ihr sie erkennen!"?

 Seht Ihr die Zeichen dort an der Wand? Ich f√ľrchte, Belsazar l√§√üt gr√ľ√üen - und Israel geht einen schrecklichen Weg in eine aussichtslose Zukunft. Nicht geachtet unter den V√∂lkern - sondern verachtet. Bis ins siebte Glied.

 Ich wei√ü, da√ü Sie pers√∂nlich den verachtungsw√ľrdigen Kurs Scharons bedingungslos vertreten: TV-Interviews wie auch das in der FR vom 9.3.02 best√§tigen das. Nur, dessen seien Sie versichert, Freunde machen Sie sich damit nicht, Freunde macht sich der Staat Israel nicht, Freunde machen sich auch die Juden Israels damit nicht.

Das ist kein guter Weg. Geben Sie die besetzten Gebiete frei - sofort. Und schaffen Sie Frieden. Frieden f√ľr Pal√§stina, Frieden f√ľr Israel. Nur Israel selbst hat die Macht dazu.

02.04.2002

Ich bin entsetzt √ľber den nicht enden wollenden Terror Israels, des Goliaths, gegen den kleinen pal√§stinensischen David: Israel l√§√üt nichts aus, um die Pal√§stinenser zu dem√ľtigen, zu diskriminieren, zu t√∂ten. Jetzt steht, kaum noch verh√ľllt, die Ermordung Arafats auf der Tagesordnung. Die Welt sieht zu. Protestierend, aber tatenlos.

Welch ein Volk, welch ein Land! Kultur, alte Kultur? Geachtet unter den Völkern? So bestimmt nicht.
Ich schrieb dem Botschafter Shimon Stein. Tun Sie das auch!