"Emanzen sind weibliche Machos" - FR v. 10.2.97

"Herzerfrischend und klar, realistisch und nüchtern, was diese drei engagierten jungen Frauen sagen. Daß mir ihre Haltung und ihre Lebensphilosophie imponieren, sage ich als nahezu Sechzigjähriger gerne.

Was mich aber hat feixen lassen, ist dieses: die FR-Gesprächspartner fühlten sich bemüßigt - entsprechend bekannter Philosophie -, den Dreien ein Bekenntnis abluchsen zu können, welch gräßliches Land von wegen Ausländerhatz usw. Deutschland sei. Voll daneben gegangen.

Auf die nahezu weinerliche Frage "Fühlt Ihr Euch in Deutschland noch wohl?" die ganz unsensationelle Antwort von "Jazzy": "Sag mir mal, wo es besser ist? Ich bin froh, daß ich nicht in den Vereinigten Staaten aufwachsen mußte... aber das ist es ja alles noch viel schlimmer..." Dann kommt das verbissene Nachkarten der FR: "Ist Deutschland Heimat für Euch?" (Klar, in Schreibers Sicht kann Deutschland nicht Heimat sein, wenn man nicht ganz weiß ist... von wegen Verfolgung; klar, gibt es auch sonst nirgends auf der Welt.) Noch einmal eine Antwort von Jazzy, daß sie nicht auf diesen Leim geht. Folgt der dritte Versuch: "Habt Ihr das Gefühl, daß Deutschland besonders fremdenfeindlich ist?" Darauf wieder eine klare, vermutlich auch nicht erwartete Antwort von Lee: "Das ist überall so... Das ist aber nicht nur in Deutschland so... Das gibt es... überall."

Schlecht gelaufen, nicht wahr? Ansonsten besten Dank für diese prächtige Seite."

20.2.97

“Ausländerfeindlichkeit? Woanders ist es schlimmer.”

Tic-tac-toe im Interview.

Leserbrief an die FR, der der Redaktion absolut nicht in den Kram paßte. Man schwieg fein still...