Eschborn und das liebe Geld…

Seit 40 Jahren hat die Stadt Eschborn gesicherte Finanzen, fast alle Jahre Mehreinnahmen - und zeitweilig 200 Mio. Euro auf der hohen Kante. Während nachbarliche Städte und Gemeinden, die auch nicht auf der faulen Haut liegen, darben.

Der Grundstein für diesen Reichtum wurde vor 40 Jahren gelegt - doch seit geraumer Zeit geben die Verantwortlichen das Steuergeld mit leichter Hand aus; Nachbarkommunen, nicht zuletzt die Stadt Frankfurt, werden mit immer geringen Hebesätzen für die Gewebesteuer in die Knie gezwungen, die Gemeinschaft der Öffentlichen Hände wird vorsätzlich geschädigt. Warum? Eigennutz, Großmannssucht, Dummheit, Leichtsinn.

Mit leichter Hand wurde der 1. FC Eschborn gefüttert, ohne jegliche Prüfung eine Bürgschaft gegeben, die prompt fällig wurde; jegliche Kontrolle, jeglicher Eingriff in das Handeln der Un-Verantwortlichen wurde gewollt unterlassen.

Nach dem Debakel mit Schwalbach (Baurecht für ein 15.000-Mann-Stadion sollte erworben werden) folgt jetzt der absolute Hype für den Komplex Rathaus+Stadthalle. Angeblich sind beide Objekte abrißwürdig, eine Sanierung (?!) würde vorgeblich auch nicht billiger werden als ein Neubau. "Gedeckelt" werden die Baukosten lt. Bürgermeister mit 70 Mio. - als wenn die Baukosten sich an ein Bürgermeister-Wort halten würden (s. Elbphilharmonie in Hamburg!). Bis auf den heutigen Tag gibt es kein zukunftsorientiertes Gesamtkonzept: die sog. "Neue Mitte Eschborn" wurde durch den neuen Eigentümer isoliert geplant (und wird irgendwann ganz fertig und bezogen sein), jetzt sind ebenso isoliert Rathaus und Stadthalle dran; gebosselt wird immer noch an der Anzahl der zusätzlichen (!) Garagenplätze. Nicht zu vergessen: in den letzten Jahrzehnten war stets alles Geld der Welt vorhanden, um Rathaus und Stadthalle technisch, sicherheitsmäßig und ökologisch auf dem hohen Eschborner Niveau zu halten. Das ist angeblich nicht geschehen? Warum denn eigentlich nicht? Trägt jemand dafür die Verantwortung?

In der AG „Neue Stadtmitte Eschborn" hatte ich vor fünf Jahren intensiv dafür geworben, eine städtebauliche Gesamtplanung für die gesamte Mitte unserer Stadt (also für beide Komplexe) zu machen und hatte das mehrfach im Eschborner Stadtspiegel wie auf dieser Homepage vorgestellt. Der Bürgermeister hatte sich das in beleidigender Form verbeten - unter freudiger Zustimmung der anderen Teilnehmer, das muß zu seiner Ehrenrettung gesagt werden.

Heute haben wir eine Insellösung, versteigen uns zu einem Rathauskomplex, der jeglichen Rahmen sprengt - und wollen/sollen ein Rathaus und eine Stadthalle abreißen, um die uns andere Gemeinden beneiden würden - hätten sie sie nur in der eigenen Gemeinde. Sanieren täten sie dann schon gerne… - auch mit bescheideneren Mitteln als in Eschborn üblich.

Eschborn und das liebe Geld? Mehr Klugheit, Weitsicht und Fingerspitzengefühl für das rechte Maß sind dringend geboten - aber noch immer nicht in Sicht. Schade drum. Aber sich dann über Mäckler aufregen!

27.6.10