Neue Stadtmitte Eschborn - oder:
Die Gut’ Stubb von Eschborn

Ein heiß diskutiertes Thema in Eschborn, zumindest in Kreisen engagierter Eschborner Bürger, ist dieses Thema. Eigentlich uralt, denn schon in der Zeit von Hans-Georg Wehrheim haben wir darüber diskutiert, wie durch den Einschluß des sog. Kleinen Ladenzentrums eine neue Planung für die Eschborner Stadtmitte möglich werden könnte. Aber wir, die Stadt Eschborn, besaßen es nicht und konnten es auch nicht erwerben.

Warum eigentlich eine Neue Stadtmitte für Eschborn? Wir Kommunalpolitiker von damals waren uns schon  vor 30 Jahren darüber im Klaren, daß unsere Stadt Eschborn “eigentlich” keine richtige Mitte aufzuweisen hatte. Klar, 1970 waren Rathaus und Stadthalle “die” Stadtmitte. Deshalb war ja auch die Verkehrsführung geändert worden, die Bus-Linie mußte über den Rathausplatz geleitet werden. Der Westerbach wurde kanalisiert, um eine richtige Unterortstraße (als Hauptverkehrs- und Durchfahrstraße) möglich zu machen.

Klar, im Laufe der Zeit wurde uns allen bewußt, daß wir zwar ein imponierendes Rathaus und eine ebenso imponierende Stadthalle hatten, und, weit draußen, ein prächtiges Schwimmbad.(und wir Kommunalvertreter war schon mächtig stolz darauf!) - aber eine Stadtmitte war das alles nicht. Da konnten wir immer voller Bewunderung auf Städte wie Hofheim, Flörsheim oder Bad Soden gucken. Alte Substanz an den richtigen Stellen - und zielstrebig gepflegt. Von der öffentlichen Hand wie von den privaten Eigentümern.

Heute also sind wir einen großen Schritt weiter: das Kleine Ladenzentrum ist im Besitz der Stadt und, was ganz wichtig ist, der Säckel der Stadt Eschborn ist trotz verheerender neoliberaler Politik auf allen Ebenen des Staates in gutem Zustand. Wir können jetzt also die Planung unserer Gut’ Stubb von Eschborn in die Hand nehmen.

Ob wir das wohl schaffen? Wir sind jetzt mitten drin in der Diskussion. Ideen werden gewälzt (Bürgermeister Wilhem Speckhardt hat eine Runde von interessierten Bürgern zum Nachdenken aufgefordert), himmelstürmende Pläne, Hauptsachen und Nebensachen - ob es ordnende Gedanken dazu geben wird? Planer, die zukunftsorientiert etwas Besonderes für Eschborn, für unser Eschborn, entwickeln? Gedanken, die noch nicht geträumt worden sind? Ideen, im Hochflug - aber realisierungsfähig?

Mit ganz anderen Worten: etwas Besonderes für Eschborn, mit dem wir alle uns gerne identifizieren? Das Spiel ist eröffnet. Heerer Gedankenflug, der bauchlandet - oder Klein-klein? Lesen Sie selbst. Es wird spannend.

Das Ergebnis:

Das typische Eschborner Klein-Klein. Ja nix wagen, kein “Risiko” eingehen - lass den Investor das mal machen (wobei der in Ordnung ist).

Und so gibt es nur ein neues Einkaufszentrum. Und endlich eine vernünftige Zahl von öffentlichen Parkplätzen. Das Zentrum: wie gehabt - nur schöner, moderner.

Die Chance für eine wirklich zukunftsorientierte Neue Stadtmitte Eschborn ist ganz leicht und locker verspielt worden. Doch das interessiert niemanden.

Typisch Eschborner Kommunalpolitik eben.

Doch es bleibt Hoffnung. Wir haben ja noch die Alte Mühle. Warten wir es ab.